1.-2. Juli 2017

Sa 1. Juli Ungeplant alleine – dafür auch nur für eine Nacht. Mir lässt die Solarenergie – vor nun 14 Tagen in Betrieb genommen – keine Ruhe. Die Einstellungen des Ladekontrollers gelten für Säure-Akkus – ich habe aber derzeit einen Blei-Gel-Akku in Betrieb. Da gelten andere Grenz-Spannungswerte. Also muss ich da mal nach dem Rechten sehen – auch so habe ich reichlich zu tun und brauche auch die friesische Ruhe.

Ich komme recht spät los – macht aber nichts, ich mache sogar Pause in Wesel, da liegt Louis nah am Weg und ich nehme die Gelegenheit wahr und kaufe mir einen neuen Nierengurt für’s Moped. Ein Helm ist mir mit 300 doch zu teuer. Mal weiter suchen. Dann über Land zur Anschlusstelle Hamminkeln und dann gemütlich durch bis Tergreft. Da ist alles in Ordnung, der Blei-Gel-Akku bis zum Stehkragen voll, aber so soll es ja auch sein, Ich hoffe, die leicht erhöhte Grenzspannung hat ihm nicht geschadet, jedenfalls ist sie nicht warm, die letzten Tage war das Wetter ja auch eher schlecht.

Als Erstmaßnahme muss ich mich um den Boden kümmern, den hatte ich ja beim Verlassen vor 14 Tagen lackiert und offen gelassen. Ich streiche ihn noch einmal und schließe ihn, bevor ich dann endlich in „See“ steche…

Ich fahre erst mal nach Bartlehiem und plaudere bei warmer Schokomel und Espresso mit Monika, bis ich dann fast die Zeit aus dem Blick verliere – 10 vor 6 schaffe ich ganz knapp die Brücke in Burdaard und sehe dahinter Frans und Wilma am Kanal sitzen und mit Nachbarn plaudern. Anlegen am alten Liegeplatz und dann erst mal Guten Tag und Hallo sagen – sie waren jetzt 6 Wochen auf Tour bis Egmond und sind erst seit Donnerstag wieder im Heimathafen. Na, die haben noch was vom Leben – beneidenswert! Ich gehe dann mal arbeiten am Boot, sonst schaffe ich vor lauter Plauderei ja gar nichts mehr an diesem Wochenende. In Wesel bei Louis habe ich mir am Nachmittag auch noch ein Set mit Quetschverbindern gekauft mit gelben 6-Quadrat-Ösen für M6. Damit könnte ich mindestens den zweiten Blei-Gel-Akku ins System einbinden – zumindest, was die Lade-Automatik betrifft. Also Boden wieder aufnehmen und einen Kabelweg suchen. Das ist ausnahmsweise mal leichter als befürchtet und so lege ich drei Plus-Leitungen und eine gemeinsame Minus-Leitung in 6-Quadrat. Das sollte reichen – meint auch Frans, der kurz mal mit dem Hund hereinschaut. Frans hat mir seinen alten Kühlschrank angeboten, er selbst hat einen neuen, der mit seiner neuen Solarzelle super funktioniert, das benötigte Einbau-Loch von 50x60x45 hätte auf Paromato knapp Platz. Aber erst mal der zweite Akku. Für den gibt es sogar schon ein noch inaktives Last-Relais. Dieses Relais muss ich natürlich auch schalten, aber auch dafür habe ich vorgesorgt und im Vorfeld schon mal schicke runde beleuchtete Schalter erworben. Diese Beleuchtung macht gleich wieder Ärger, da sie ja nur funktioniert, wenn ich Spannung schalte und nicht Masse. So ist es aber leider jetzt – keine Ahnung, warum ich das so organisiert habe, ist eh nicht ganz sauber, also zerlege ich die Relais-Ladeschaltung kurzer Hand komplett und schalte sie neu, bis alles  – mit Schalter-Beleuchtung funktioniert. So kann ich nun Bugstrahl-Akku, Bord-Akku und nun auch den zweiten Bord-Akku getrennt an die Lichtmaschine zum Laden anschließen. Und das auch noch erweiterungsfähig – es passen 6 Schalter kleidsam unter die Motorsteuerung – sieht gar nicht so übel aus. Jetzt fehlt mir noch ein Lastschalter für das gezielte Anwählen der einzelnen Akkus als Energiequelle – oder ich mache das ebenfalls per Relais-Schaltung. Mal sehen.

Wo ich nun schon mal an der Elektrik rumfummel, mache ich gleich Nägel mit Köppen und schalte die ganze 12V-Versorgung des Bootes hinter den Ladekontroller. Ist ja eigentlich auch Sinn der Sache, die Solar-Elektronik verhindert z.B. eine Tiefentladung der jeweils angeschlossenen Bord-Batterie unter 10,7 Volt. Was für deren Lebensdauer enorm vorteilhaft ist.

So 2. Juli Irgendwann zwischendurch habe ich auch mal geschlafen – wann genau habe ich vergessen. Ich habe sogar Zeit zum Essen gehabt – draußen auf dem Sonnendeck bei Früchtetee. Das Wetter ist nämlich in Friesland grandios – Überraschung! In Deutschland hat es geregnet!

Am Sonntag habe ich einen Abschied in Bartlehiem nicht mehr geschafft, ich wollte nach Hause und das nicht in Eile. An sich bin ich ganz zufrieden mit mir – nur für den vergessenen Müllbeutel in der Küche gibt es sicher einen Rüffel…

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